Endlich sollte es losgehen! Mein erster Urlaub, zusammen mit einer Gruppe von Freiwilligen, in Tansania. Über Weihnachten und Silvester! Bevor es jedoch wirklich losging, gab es schon die ersten Probleme. Unsere Zugtickets für den Zug von Sambia nach Tansania wurden nicht richtig reserviert und der Zug war ausgebucht.
Der Zug
Aber erstmal ein paar Informationen zum Zug. Er fährt von Kapiri Mposhi, einem Ort etwas nördlich von Kabwe, nach Dar es Salam, der Hauptstadt Tansanias. Dafür benötigt er offiziell 2 Tage, jedoch sind es in der Realität eher 3 Tage oder mehr. Der Zug ist durch die lange Fahrtzeit und die schöne Landschaft, durch die er fährt, auch schon eine Attraktion für sich und wurde uns schon von vielen Menschen empfohlen. Es gibt verschiedene Klassen. Sie unterscheiden sich vor allem in den Abteilgrößen. In der ersten Klasse ist man in vierer Abteilen untergebracht, in der zweiten in sechser Abteilen und in der dritten gibt es nur Sitzplätze.
Der Zug
Also standen wir nun vor dem Dilemma, dass wir uns entscheiden mussten, ob wir fliegen wollen oder auf gut Glück zur Bahnstation fahren und versuchen doch noch Tickets zu bekommen, dabei aber zu riskieren, dass wir in der dritten Klasse landen, von der uns stärkstens abgeraten wurde.
Nach einigem hin und her haben Emily und ich uns dann dazu entschieden Flüge zu buchen, wohingegen die anderen aus unserer Gruppe sich dazu entschieden haben das Risiko einzugehen und Zug zu fahren.
Tansania und Sansibar
Da wir nun drei Tage vor den anderen da waren, blieb uns viel Zeit um Dar es Salam zu erkunden. Wir kamen mit dem Flugzeug spätabends an und hatten entsprechend nur noch Energie, um ein Taxi zum Hostel zu nehmen und schlafen zu gehen. Am nächsten Tag, Heiligabend, machten wir uns dann auf den Weg, die Stadt zu erkunden, mit dem Ziel SIM-Karten zu bekommen. Dabei gerieten wir an einen Mann, der uns durch die Stadt führte und uns schlussendlich auch half, SIM-Karten zu kaufen. Nachdem er uns auch noch geholfen hatte Tickets für die Fähre nach Sansibar zu buchen, wollte er, wie leider so oft, etwas Geld haben. Abends sind wir dann noch schön Essen gegangen in einem Restaurant in der Nähe unseres Hostels.
An unserem zweiten Tag in Dar es Salam erkundeten wir die Umgebung unseres Hostels, das etwas außerhalb des Stadtzentrums lag.
Die Küste in der Nähe von unserem Hostel
Am 26. Dezember fuhr dann unsere Fähre nach Sansibar, wo wir dann auch endlich die anderen Freiwilligen, die mit dem Zug nach Dar es Salam gefahren sind, getroffen haben.
Unsere Unterkunft befand sich in Jambiani, einem relativ kleinen Ort an der Ostküste Sansibars. Sie hatte einen Pool, der sich trotz eines kurzen Fußweges von ca. 200 m zum Strand, sehr nützlich machte. Grund dafür war zum einen, dass die Gezeiten ziemlich stark waren, aber auch, dass das Meer wärmer war als der Pool, weshalb wir oft Abends in Meer gingen.
Neben Entspannungsurlaub wollten wir natürlich auch Sansibar erkunden und beschlossen so, in einen Urwald in der Nähe, zu fahren. Wie sich herausstellte war in unseren Eintritt eine Führung mit inbegriffen, auf der wir Affen, andere Tiere und verschiedenste Pflanzen erklärt bekamen. An an anderen Tagen sind wir unter anderem zu einer Höhle gefahren, in der man schwimmen konnte, haben haben uns die nächst größere Stadt gefahren oder sind nach Stonetown gefahren, welches die größte Stadt auf Sansibar ist und einen großen Spicemarkt besitzt.
Neujahr verbrachten wir entspannt am Strand, leider gab es keine großen Feuerwerke oder ähnliches bei uns in der Nähe, weshalb wir einen entspannten Start ins neue Jahr hatten.
Die Zeit verging jedoch wie im Flug und schon bald mussten wir Sansibar wieder verlassen. Wir kamen gegen Abend wieder in Dar es Salam an und übernachteten im gleichen Hostel, wie zuvor. Diesmal blieb uns jedoch nicht viel Zeit, noch in der Stadt, da wir uns am nächsten Tag auf den Weg nach Moshi machten. Hier teilte sich unsere Gruppe auch wieder in eine, die nach Hause fährt und eine, die weiter nach Moshi fährt, zu der ich gehörte. Wir machten uns entspannt nach dem Frühstück, gegen 9 Uhr, auf den Weg, was wie wir später herausfanden allerdings schon spät war. Als dann der Bus, in dem wir seit ca. 10:30 Uhr saßen, um 12 Uhr losfuhr, dämmerte uns, dass wir bei der angekündigten Fahrtzeit von 8 Stunden nicht mehr im Hellen ankommen würden. Aber hilft ja alles nichts.
Nach fast 12 Stunden Fahrtzeit erreichten wir dann Moshi. Wo zu unserer Überraschung noch einige Taxifahrer standen, von denen einer uns zu unserem AirBnB gefahren hat.
Am folgenden Tag begannen wir dann damit, die Stadt zu erkunden und Pläne für die nächsten Tage zu schmieden. Wir besuchten die sogenannten heißen Quellen, die etwas außerhalb von Moshi lagen, unternahmen eine guided Tour, welche uns durch Kaffee- und Bananenplantagen führte, zu atemberaubenden Wäldern und Wasserfällen, wo wir zum Schluss sogar noch unseren eigenen Kaffee rösten, uns zubereiten konnten.
Die sogenannten Heißen Quellen
Der Wasserfall auf der Tour
Allerdings haben wir uns auch hier wieder nicht stressen lassen und sind die meisten Tage entspannt angegangen. Den Kilimanjaro haben wir allerdings nicht bestiegen.
Der Klimanjaro beim Joggen in Moshi
Zurück ging es dann erstmal wieder mit dem Bus nach Dar es Salam, von wo ich dann am nächsten Tag den Zug nach Sambia nahmen. Der Zug war überraschend pünktlich und fuhr mit nur ca. 4 Stunden Verspätung los. Zudem stand er nur selten länger, weshalb wir nach nur ca. 58 Stunden unterwegs waren, also fast in time. Da wir am Endbahnhof gegen 8:00 Uhr ankamen, war es zum Glück ziemlich einfach einen Bus nach Hause zu bekommen. Somit hat meine Reise dann auch ein Ende gefunden.
Cholera und andere Sachen ...
Während ich im Urlaub war, ist Sambia allerdings nicht stehen geblieben. Vieles hat sich leider oft zu schlechten gewandelt. So waren die Schulen wegen eines ungewöhnlich starken Cholera-Ausbruchs über einen Monat nach den Ferien noch geschlossen. Dazu kommt, dass der sambische Kwacha aktuell im Vergleich zum Euro/USD an Wert verliert, was die Inflation stark beschleunigt und die Lebenskosten in Sambia erhöht. Ein Euro entspricht aktuell fast 30 Kwacha (Feb. 2024), im August 2023 entsprach ein Euro eher 20 Kwacha. Und auch die Regenzeit fällt aktuell sehr schwach aus, weshalb Bauern anfangen, um ihre Ernten zu bangen und die Lebensmittelpreise noch weiter steigen.